Junge Familien nicht überfordern

Saerbeck. Bald gibt es wieder Bauland in Saerbeck. Aber wie wird das Energie- und Klimaschutzkonzept für dieses künftige Baugebiet gestaltet? Dieser Punkt stand ganz oben auf der Liste der Beratungen in der CDU-Fraktion, die im Video-Chat abgehalten wurde. Der Entwurf der Verwaltung besteht aus den drei Säulen Wärmeinfrastruktur, Elektroladesäulen und einem Anreizprogramm zum Klima- und Umweltschutz im Hausbau. Insbesondere der letzte Punkt führte im Ausschuss zu Diskussionen. „Häuser können zum Beispiel über ein sogenanntes „kaltes“ Nahwärmenetz versorgt werden. Die Bohrungen für Geothermie können zentral durchgeführt werden, was wiederum den notwendigen Nachweis des Einsatzes von Erneuerbaren Energien im Hausbau erbringen könnte. Außerdem könnte dies den Häuslebauern noch finanzielle Einsparungen bringen.“ führte Florian Bücker in die Thematik ein. „Es gibt auch noch viele weitere Optionen, modernste Klimaschutzmaßnahmen im Wohnbereich umzusetzen. Die Palette der Möglichkeiten ist groß und kann eventuell durch ein Anreizprogramm mehr Interesse als bisher finden.“ erklärte er.
Für den von der Verwaltung für die Grundstücke vorgeschlagenen Preisaufschlag im mittleren vierstelligen Bereich konnte sich die CDU-Fraktion allerdings bisher nicht erwärmen. „Die Baugrundstücke sind in erster Linie für Saerbecker Bürger gedacht. Das Bauen eines Eigenheims bei den derzeitigen Baupreisen ist eine immens hohe Investition, bei der manche junge Familie bis an den Rand der finanziellen Belastbarkeit geht. Dies sollten wir nicht auch noch künstlich weiter hoch treiben.“ gab Bernd Willebrandt zu bedenken. Die CDU-Fraktion befürwortet zwar die Ideen von mehr Umweltschutz im Hausbau und hält eine zentrale Versorgung mit Wärme durch Geothermie für sinnvoll, steht aber einem zusätzlichen Preisaufschlag von 10% für die Grundstücke kritisch gegenüber. „Ein 10%iger Öko-Aufschlag könnte das „Aus“ für manchen Saerbecker Bauinteressenten bedeuten, der viele Jahre auf ein Baugrundstück gewartet hat. Wir haben daher die Verwaltung gebeten, Gespräche mit Energieversorgern zu führen und einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten.“ so Willebrandt. Des Weiteren müsse noch eine Lösung für den wegfallenden Wirtschaftsweg am Hof Meier gefunden werden. „Dieser Weg hat für die Eschgarten-Bewohner Tradition. Da muß uns noch eine Alternative einfallen!“ betonte Ratsmitglied Matthias Ahmann.

Menü